Venenkompetenzzentrum Dermatologie OWL

Auszeichnung und Zertifizierung unserer Praxis zum Venenkompetenzzentrum 2019/2020

Allgemeine Dermatologie

Die Haut

Die Haut – universeller Schutzschild mit zahlreichen Aufgaben. Mit knapp 2 Quadratmetern Fläche und rund 10 Kilogramm Gewicht, ist sie das größte und vielseitigste Organ des menschlichen Körpers.

Sie schützt

  • Die Haut bewahrt unseren Organismus vor Verletzungen und Flüssigkeitsverlust. Sie verteidigt ihn gegen Krankheitserreger und schädliche UV-Strahlung.
  • Sie reguliert: Damit der Körper immer die richtige Betriebstemperatur hat, greift die Haut regulierend ein. Bei Kälte werden die Gefäße verengt, damit weniger Wärme verloren geht. Droht dem Organismus Überhitzung, sondert die Haut Schweiß ab und sorgt so für Verdunstungskälte.
  • Sie nimmt auf, speichert und entsorgt : Die Haut ist nicht undurchdringlich. Sie nimmt Stoffe von außen auf und leitet sie u. a. in die Blutbahn weiter. Sie kann Wasser, Salze, Zucker und Fett in der Unterhaut speichern. Gleichzeitig ist sie aber auch Ausscheidungsorgan. Zur Entlastung der Nieren werden Milchsäure und Harnstoff über die Haut abgegeben ebenso wie eine geringe Menge Kohlendioxyd.
  • Außerdem bildet die Haut unter Sonneneinwirkung das wichtige Vitamin D.
  • Sie fühlt: Vier Millionen Rezeptoren machen unsere Haut zu einem hoch spezialisierten Sinnesorgan. Die sensiblen Reaktionen auf Druck, Schmerz, Kälte und Wärme dienen dem Schutz des Körpers.
  • Andererseits lassen uns die feinen Empfindungen auch die Umwelt erfahren und bescheren uns wunderbare Lustgefühle.

Der Aufbau der Haut

Damit die Haut als Allrounder tätig sein kann, hat sie einen ausgeklügelten Aufbau. Drei Schichten mit unterschiedlichen Funktionen machen unsere Haut zu einer wirklich außergewöhnlichen Hülle.

Die Oberhaut (Epidermis) : Sie ist maximal 4 Millimeter dick und trotzdem ein robuster Schutzpanzer. Dafür sorgen fünf Schichten übereinander gelagerte, verhornte Hautzellen (Keratinozyten). Innerhalb von 4 Wochen wandern sie an die Oberfläche und werden dann als Hornschüppchen abgestoßen. Außerdem sitzen in der Keimschicht der Oberhaut die Melanozyten, die für die Braunfärbung der Haut verantwortlich sind, und die Langerhans-Zellen, die für das Immunsystem arbeiten.

Die Lederhaut (Dermis, Cutis oder Corneum): In dieser dicken Bindegewebslage aus Kollagenfasern sind die Blutgefäße, die Talg- und Schweißdrüsen, die Haarwurzeln sowie die Nervenrezeptoren untergebracht. Die Lederhaut ist auch ausschlaggebend, ob unsere Haut straff oder faltig aussieht. Je nachdem wie viel Wasser die Kollagenfasern noch binden können.

Die Unterhaut (Subcutis): Diese Schicht besteht aus losem Bindegewebe und vielen Fettzellen. Als Druckpolster schützen sie Organe, Muskeln und Knochen. Die kissenförmigen Fettzellen dienen zusätzlich als Energiespeicher und Wärmepolster. Auch die Unterhaut ist von Blutgefäßen und Nervenbahnen durchzogen.

Die Hauttypen

Eine der Aufgaben unserer Haut ist es, den Organismus vor UV-Strahlung zu schützen. Hauttypen nach Sonnenbrandrisiko:

Hauttyp I (keltischer Typ)

Sehr helle Haut, Sommersprossen
Helle Augen (blau oder grau)
Blondes bis rotblondes Haar
Keine Bräunung
Sonnenbrandschwelle ca. 10 Minuten
2% der Bevölkerung in Deutschland

 

Hauttyp II (nordischer Typ)

Helle Haut, oft Sommersprossen
Helle Augen (blau, grün, grau, braun)
Blondes bis braunes Haar
Mäßige Bräunung
Sonnenbrandschwelle 10 bis ca. 20 Minuten
12% der Bevölkerung in Deutschland

 

Hauttyp III (Mischtyp)

Mittelhelle Haut, selten Sommersprossen
Helle oder dunkle Augen
Dunkelblondes bis braunes Haar
Einfache Bräunung
Sonnenbrandschwelle 20 bis ca. 30 Minuten
78% der Bevölkerung in Deutschland
Aber nicht jede Haut ist dafür gleich gut ausgestattet. Anhand der Reaktionen der Haut auf UV-Strahlung lassen sich 6

 

Hauttyp IV (mediterraner Typ)

Bräunliche bis olivfarbene Haut
Braune bis dunkelbraune Augen
Dunkelbraunes bis schwarzes Haar
Schnelle, tiefe Bräunung
Sonnenbrandschwelle 30 bis ca. 45 Minuten
8% der Bevölkerung in Deutschland

 

Hauttyp V (dunkler Hauttyp)

Dunkle Haut
Dunkelbraune Augen
Schwarzes Haar
Wenig empfindliche Haut
Sonnenbrandschwelle ca. 60 Minuten
Vorwiegend Menschen aus Nordafrika und Asien

 

Hauttyp VI (schwarzer Hauttyp)

Schwarze Haut
Dunkelbraune Augen
Schwarzes Haar
Unempfindliche Haut
Sonnenbrandschwelle 90 Minuten
Vorwiegend Menschen aus Zentralafrika und Australien

Die Gesichtshauttypen

Geht es um die Hautpflege, besonders im Gesicht, sind andere Kriterien für eine Einteilung der Haut entscheidend. Auch Geschlecht und Alter spielen hier eine wichtige Rolle.

Normale Haut: Der Idealzustand, leider nur selten anzutreffen. Der Säureschutzmantel ist intakt, die Haut besitzt genau die richtige Menge an Fett und Feuchtigkeit. Sie sieht rosig, glatt und geschmeidig aus.

Fettige Haut: Eine Überproduktion an Talg lässt die Haut fettig und grobporig aussehen. Pickel und Unreinheiten sind die Folge. Die Haut wirkt dick und ist schlecht durchblutet.

Trockene Haut: Hier fehlen Talg und Feuchtigkeit. Die Haut neigt zu Fältchen Bildung, sie ist glanzlos, schuppt schnell und spannt. Der Säureschutzmantel ist nur sehr dünn.

Mischhaut: Es gibt Zonen mit fettiger Haut und Zonen mit trockener bzw. normaler Haut. Besonders in der T-Zone (Stirn, Nase, Kinn) ist sie fettig, da dort die meisten Talgdrüsen sitzen.

Egal ob es um Sonnenschutz oder Schönheits-Treatments geht, an erster Stelle steht immer die Bestimmung des Hauttyps, um passende Maßnahmen zu ergreifen.

Behandlungsspektrum:

Akne Vulgaris

Die Akne ist eine Hauterkrankung ausgehend von den Talgdrüsen, insbesondere im Gesicht, an der Brust und am Rücken.

Ursache:

Durch besondere Faktoren tritt eine Überfunktion der Talgdrüsen ein. Diese führt zu einer Vergrößerung, Entzündung sowie einer bakterielle Besiedelung dieser Hautorgane. Als Folge schwerer Akne Erkrankungen können sogenannte Akne Narben entstehen. Ein begünstigender Faktor bei der Narbenbildung ist das aufkratzen und ausdrücken von Pickeln. Die Therapie dieser entstandenen Akne Narben kann auf unterschiedliche Arten erfolgen. Die Funktion der Talgdrüsen ist stark abhängig von den (Sexual-) Hormonen des Körpers. So tritt die Erkrankung insbesondere in der Pubertät auf, während der vorübergehenden hormonellen Umstellung des Körpers. Die Akne Vulgaris kann aber auch im Erwachsenenalter ausbrechen, wenn Hormone, die Empfindlichkeit der Talgdrüsen beeinflussen. Die Ursachen für eine derart veränderte Hormonempfindlichkeit müssen im Einzelfall abgeklärt werden. Bestimmte Nahrungsmittel, Stress sowie witterungs- und jahreszeitliche Einflüsse können den Verlauf negativ beeinflussen. Im Sommer ist in der Regel ein günstiger Verlauf zu erwarten (u.a. wegen des Sonnenlichts), während in der Herbst- und Winterperiode, durch trockene Heizungsluft die Talgdrüsen aktiviert werden und sich dadurch die Akne verschlechtert.

Therapie:

  • Äußerliche Behandlung: Diese Behandlung hat das Ziel, die Talgdrüsen zu verkleinern, die Bakterien in den Talgdrüsen abzutöten und die Überaktivität der Drüsen zu regulieren. In der Anfangsphase kann es häufig zu einer vorübergehenden Austrocknung der Haut und zum Teil auch zu Rötungen und einem brennenden Gefühl kommen. Diese unangenehmen Wirkungen dauern jedoch in der Regel nur etwa zwei Behandlungswochen an. Sie sind nicht Ausdruck einer Unverträglichkeit gegen die Salben.
  • Äußere antibiotische Lösungen werden eingesetzt, um die bakterielle Besiedelung der Talgdrüsen zu behandeln. Diese Substanzen werden vom Körper nicht aufgenommen, sodass keine Gewöhnungseffekte oder andere Nebenwirkungen zu erwarten sind.
  • Innere antibiotische Behandlung: Bei tiefsitzenden Akne Knoten reicht die äußerliche Behandlung allein nicht aus. Für einen begrenzten Zeitraum muss daher auch eine innere Therapie durchgeführt werden. Es gibt unterschiedliche, speziell für die Haut abgestimmte Präparate.
  • UV-Bestrahlungen: Diese Bestrahlungen bestehen aus bestimmten Anteilen des Sonnenlichtes. Sie können die Talgdrüsen verkleinern und die Entzündungsreaktionen vermindern. Dieser Effekt ist jedem Akne-Patienten aus den Sommermonaten bekannt.
  • Weitere Medikamente: Zusätzliche Medikamente wie z.B. Roaccutan werden im Einzelfall, insbesondere bei besonders schweren Akne Formen eingesetzt. Diese Behandlung bedarf einer eingehenden Unterweisung durch den Arzt.
  • Laser-Therapie (wird von der Krankenkasse in der Regel nicht erstattet).
  • NOZ/Oz-Gesichtsduschen: Verbessern die Durchblutung der Haut und fördern deren Selbstreinigung.
  • Microneedling bei abgeheilten Akne Narben, um das Erscheinungsbild der Haut zu verbessern.

Die Behandlung der Akne ist fast immer eine langwierige Therapie, die über mehrere Monate geht. In der Regel sind Auswirkungen der Behandlung oder die Effekte einer Therapieumstellung erst nach einigen Wochen sichtbar.

Aktinische Keratose

Bei einer Aktinischen Keratose kommt es zu Veränderungen der oberen Hautschichten. Sie gilt als Frühform des Hautkrebs. Dabei besteht das Risiko einer bösartigen Entartung, bzw. die Weiterentwicklung zu einem Plattenepithelkarzinom (Spinaliom). Damit die sogenannten Präkanzerosen (=Gewebsveränderung mit erhöhtem Risiko) rechtzeitig erkannt und im erforderlichen Maß therapiert werden können, ist eine regelmäßige Vorsorgeuntersuchung wichtig.

Ursache

Vor allem eine Schädigung durch Sonnenlicht, wobei Aktinische Keratosen bevorzugt bei Menschen ab dem 40. Lebensjahr auftreten und häufig an den Stellen der Haut zu finden sind, die dem Sonnenlicht über lange Zeit ungeschützt ausgesetzt waren, wie z.B. Gesicht, Stirn, Hände u.ä.

Therapien:

  • Chirurgische Entfernung
  • Vereisung mittels flüssigem Stickstoff, spezielle Salben bzw. Lösungen
  • Photodynamische Therapie

Für betroffene Patienten ist ein wirksamer Schutz vor übermäßigem Sonnenlicht äußerst wichtig. Hier sollten Präparate mit hohem Lichtschutzfaktor, 50+, gewählt und auf eine UVA und UVB abweisende Kleidung geachtet werden.

Von Solarium besuchen ist grundsätzlich abzuraten.

Borreliose

Unter dem Begriff Borreliose wird eine Gruppe unterschiedlicher Infektionskrankheiten zusammengefasst, deren bekanntester Vertreter die Lyme-Borreliose ist. Diese wird durch das Bakterium Borrelia burgdorferi ausgelöst, welches in erster Linie durch Zeckenbisse, selten auch durch Läusebisse übertragen werden kann. Da in europäischen Staaten beinahe ausschließlich die Lyme-Borreliose zu finden ist, werden die beiden Begriffe häufig gleichgesetzt. Im Gegensatz zur Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), die ebenfalls durch einen Zeckenbiss übertragen werden kann, gibt es keine Möglichkeit sich gegen die Borreliose impfen zu lassen. Aufgrund potentieller Langzeitschäden ist es wichtig, die Borreliose nach einer Infektion so schnell wie möglich zu erkennen und entsprechend zu behandeln.

Übertragung der Borreliose:

Die Borreliose ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die einzig und allein durch einen Insektenbiss in den menschlichen Organismus übertragen werden kann. Normalerweise sind für die Übertragung ausschließlich Zecken zuständig, seltener können auch Läuse, Pferdebremsen oder klassische Steckmücken das Bakterium mit ihrem Biss übertragen. Der genaue Übertragungsprozess findet erst am Ende der Blutmahlzeit einer Zecke statt, denn wenn diese satt ist, erbricht sie sich in die Wunde des Wirts. Durch dieses Erbrechen wird das Bakterium in die Wunde übertragen. Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass jede fünfte Zecke als Wirt für das Bakterium fungiert. Da aber die Übertragung nach einem Biss erst am Ende der Mahlzeit stattfindet, kann das schnelle Entfernen einer Zecke die Übertragung unter Umständen verhindern.

Symptome und Testverfahren:

Eine vollständige Diagnose der Borreliose ist nicht immer ganz einfach, da nicht alle Symptome eindeutig zuzuordnen sind und die Inkubationszeit bis zu 30 Tage andauern kann. Nach einer derart langen Zeitspanne werden oftmals eigentlich recht typische Symptome nicht mehr in Zusammenhang mit einem Zeckenbiss gebracht und dann häufig ignoriert. Deshalb ist es umso wichtiger, dass Betroffene nach einem Zeckenbiss ein besonderes Augenmerk auf die Körperregion haben, in welcher der Biss erfolgte. Dort kann sich nämlich nach einiger Zeit die sogenannte Wanderröte zeigen. Hierbei handelt es sich um das wohl untrüglichste Zeichen für eine Infektion mit der Borreliose:

Die Wanderröte setzt zunächst an der Stelle ein, wo der Zeckenbiss stattgefunden hat. Es handelt sich um eine recht auffällige Hautrötung, die ihre Position im späteren Verlauf verändern kann. Parallel dazu werden häufig klassische Symptome einer Erkältung festgestellt, wie beispielsweise Kopf- und Gliederschmerzen sowie ein Anstieg der Körpertemperatur.

Wird die Borreliose nicht in diesem ersten Stadium der Erkrankung festgestellt, kann das Bakterium mehr oder weniger ungehindert auch in andere Bereiche des Organismus eindringen und dort teilweise beachtliche Schädigungen verursachen. Hierzu gehören beispielsweise:

  • Hirnhautentzündungen
  • Nervenlähmungen und -schmerzen
  • Lyme-Arthritis
  • Entzündungen des Herzens

Parallel zur ausführlichen Anamnese, mithilfe derer sich beispielsweise feststellen lässt, ob der Patient einem Zeckenbiss-Risiko ausgesetzt war, können verschiedene Testverfahren genutzt werden, um eine Infektion mit Borreliose eindeutig zu diagnostizieren. Dies ist insbesondere dann hilfreich, wenn die Wanderröte als Symptom ausbleibt.

Therapie:

Je nach Stadium der Infektion müssen anschließend die entsprechenden Behandlungsschritte erfolgen: In einem frühzeitigen Stadium inkludiert dies meist die Verabreichung eines Antibiotikums. Generell gilt: Je früher die Borreliose erkannt wird, umso geringer sind die Risiken für Spätfolgen. Genau deshalb sollte die Haut rund um den Zeckenbiss für bis zu sechs Wochen nach dem Biss beobachtet werden. Sollten hierbei Veränderungen auftreten, ist der Gang zum Hautarzt unvermeidlich.

Druckgeschwüre

Unter einem Druckgeschwür (=Dekubitus) wird eine lokal begrenzte Hautschädigung verstanden, wobei auch das darunter liegende Gewebe geschädigt ist.

Ursachen & Erscheinungsbild:

  • Im Alter treten bei eingeschränkter Mobilität aber auch begünstigt durch weitere Erkrankungen, Dekubiti auf.
  • Besonders gefährdet sind bettlägerige Patienten.
  • Häufige Lokalisationsorte sind die Steiß- und Gesäßregion sowie die Fersen. Seltener entstehen sie aber auch an Ohren, Hinterkopf, Schulterblättern oder Zehen.

Therapie:

  • Spezielle Hilfsmittel können die Druckbelastung verlagern bzw. vermeiden. Entscheidend dabei ist eine regelmäßige, fachgerechte Versorgung der Wunde. Zudem sollte sichergestellt werden, dass keine Infektion der Wunde vorliegt.
  • Neben einer konventionell-chirurgischen Behandlung, insbesondere in schwereren Fällen, stehen auch Elektro- und Lasertherapie als Alternativen zur Verfügung.

Gürtelrose

Die Gürtelrose (= oder auch Herpes Zoster) ist eine Virusinfektion.

Ursache:

Sie tritt nur bei solchen Menschen auf, die zuvor in ihrem Leben bereits einmal an Windpocken erkrankt waren. Der Windpockenvirus kann in den Nervenknoten am Rückenmark oder auch in den Nervenbahnen (z.B. des Gesichts) jahrelang überdauern und zu einem späteren Zeitpunkt wieder aktiv werden und die Zweiterkrankung auslösen.

Symptome

Bei vielen Patienten treten in der ersten Phase der Erkrankung Allgemeinerscheinungen wie Fieber und Abgeschlagenheit sowie Schmerzen auf. Nach einigen Tagen bilden sich meist kleine wasserklare Bläschen, die im weiteren Verlauf eintrüben. Da die Viren einzelne Nerven betreffen, die vom Rückenmark ausgehen, ziehen sich Schmerz und Bläschen halbseitig wie ein Gürtel um den Körper. Ist das Gesicht betroffen, so zeigt sich auch hier ein streng halbseitiger Befall. In der Regel klingen die Beschwerden innerhalb von 2-3 Wochen ab.

Therapie

Die Therapie erfolgt durch sogenannte Virostatika, wie z.B. Aciclovir. Wichtig ist ein frühzeitiger Beginn der Therapie, auch um das Risiko einer Beteiligung von Augen, Ohren oder Rückenmark zu verringern. Bei rechtzeitiger Therapie, kann bei regelmäßiger Anwendung die Erkrankung zur völligen Abheilung gebracht werden. Oftmals kann sich der Therapieverlauf aber über mehrere Monate erstrecken. Es gilt möglichst früh die Nervenschmerzen und die sog. „Postzosterneuralgie“ zu erkennen und effizient zu behandeln.

Haarausfall

Die meisten Haare haben wir zum Ende der Pubertät. Dann setzt eine fortlaufende geringe Haarausdünnung ein und wir verlieren pro Tag in etwa 50-100 Haare. Häufiges Haarewaschen verstärkt den Haarverlust nur scheinbar – die hierbei verlorenen Haare wären in den nächsten Tagen auch so ausgefallen. Ausgeglichen wird der tägliche Haarverlust durch die regelmäßig nachwachsenden Haare.

Ursache:

  • Übermäßiger Haarausfall oder ein geringeres Nachwachsen von Haaren kann verschiedene Ursachen haben.
  • Besonders häufig ist eine Empfindlichkeit der Haarwurzeln auf die Sexual-Hormone Ihres Körpers, die das Haarwachstum steuern
  • Kopfhauterkrankungen wie z.B. Ekzeme

Therapie:

  • Verabreichung von geeigneten Hormonpräparaten (innere Anwendung)
  • Äußere Anwendung von individuell abgestimmten Hormon- oder Medikamentenkonzentraten
  • Anregung der Durchblutung und Verbesserung des Nährstoffangebots an den Haarwurzeln durch Bestrahlungen der Kopfhaut mit speziellem UV-Licht und anschließender „Kopfhautdusche“ mit einem Sauerstoff-Stickstoff-Gemisch

Hinweis: Nicht alle Therapien von Haarausfall werden von den Krankenkassen erstattet.

Keloid-/Wulstnarben

Ursache:

  • Nach Verletzungen und Operationen, aber auch spontan kann es zu einem übermäßigen Wachstum von Fibroblasten (=bewegliche, im Bindegewebe vorkommende Zellen) kommen. Das Hautniveau wird dann von einem gutartigen Tumor überragt, dem Keloid.
  • Die Keloid-Narbe kann sich auch über die ursprüngliche Verletzung hinaus auf unbeschädigte Haut ausdehnen.
  • Bei Wundheilungsstörungen kann eine hypertrophen Narbe mit einer Wulstbildung entstehen.

Therapie:

  • Medikamentös: mittels lokal wirksamer Corticus Steroide (ggf. mittels Injektion), Narbengele lokal
  • Chirurgische Therapie: mittels Entfernung des Keloids. Dies geschieht nur in Ausnahme Fällen, da es in der Regel zu einer erneuten Keloid Bildung im Narben Bereich kommt. Insofern ist eine anschließende Injektion von Corticus Steroiden oder Interferonen erforderlich, um ein Rezidiv zu verhindern.
  • Alternative chirurgische Methoden wie Gewebetransplantationen oder die Verwendung von Spalthaut
  • Mittels Kompressionsbandagen kann durch die Ausübung eines lokal wirksamen Druckes versucht werden die Narbe über einen längeren Zeitraum abzuflachen. (Silikongelpflaster)
  • Die Kryotherapie: die Läsion wird eingefroren und somit schrittweise reduziert. Allerdings ist diese Methode
  • Lasertherapie.

Krätze(=Scabies)

Bei der Krätze handelt es sich um eine parasitäre Hauterkrankung, bei der man meist einen starken Juckreiz verspürt.

Ursache:

Infektionen mit Scabies treten generell besonders häufig dort auf, wo viele Menschen auf engem Raum zusammentreffen. In Kindergärten, Altenheimen aber auch in anderen vergleichbaren Einrichtungen kommt es besonders schnell zu einer Ansteckung mit der parasitären Hauterkrankung. Schlechte hygienische Verhältnisse sind dabei meist lediglich eine Einflussgröße, die eine beschleunigte Ausbreitung unterstützt. Krätze lässt sich unkompliziert behandeln.

Symptome:

Die Krätzmilbe und ihre Folgen für die Haut: Auslöser für da Jucken, die Abwehrreaktion der Haut, ist die sogenannte Krätzmilbe. Hierbei handelt es sich um eine Milbe, die zwar nur maximal bis zu 0,5 mm groß ist, die der menschlichen Haut aber dennoch einen beachtlichen Schaden zufügen kann. Die weiblichen Krätzmilben durchbohren die Oberhaut ihres Wirts in einem Gänge System. In diesem Gänge System legen sie nicht nur ihre Eier ab, sondern sie hinterlassen dort auch ihren Kot. Als Immunreaktion auf diese „Hinterlassenschaften“ können verschiedene körperliche Abwehrreaktionen auftreten:

  • Juckreiz
  • Bildung von Bläschen und Quaddeln
  • Kratzwunden
  • Furunkel

In Abhängigkeit von der Stärke des Befalls und den individuellen Lebensgewohnheiten kann die Inkubationszeit bei der Krätze bis zu sechs Wochen betragen. Oftmals treten erst anschließend die ersten Anzeichen auf. Aufgrund der hohen Ansteckungsgefahr dürfen Betroffene laut Infektionsschutzgesetz für die Dauer ihrer Erkrankung keine Tätigkeiten in öffentlichen Einrichtungen verrichten und sich dort auch nicht aufhalten. Betroffene Körperstellen sind vor allem relativ warme Körperregionen, die nur eine geringe Hornschicht aufweisen. Dazu zählen die Achseln, der Bauchnabel, die Fingerzwischenräume und auch die Genitalien.

Therapien:

Als parasitäre Hauterkrankung lässt sich die Krätze nach der zugehörigen Diagnose im Normalfall relativ unkompliziert behandeln.

  • Medikamentös: innerlich (systemisch) Anwendung mit Tabletten, deren Wirkstoffkonzentration sich in der Regel am Körpergewicht des Erkrankten bemisst.
  • Medikamentös: äußerlich (lokal) Anwendung mit Cremes, die einen Wirkstoff enthalten, welcher toxisch auf die Krätzmilbe sowie ihre Nachkommen wirkt.

Wer von der Krätze betroffen ist, sollte auf die Umsetzung diverser hygienischer Maßnahmen achtgeben: Kleidungsstücke, die mit der Haut in Berührung kommen, sollten:

  • Regelmäßig gewaschen bzw. gereinigt werden
  • Kleidungsstücke über einen kurzen Zeitraum hinweg einzufrieren, um die Krätzmilben abzutöten.
  • Einlagern in Plastiksäcken kann ebenso hilfreich sein, um die Milbe zu töten.

Lippenherpes(Herpes Simplex)

Ursache:

Es handelt sich um eine Virusinfektion, die durch Herpes-Simplex-Viren verursacht wird.

Das Virus persistiert nach einer oft auch symptomlosen Erstinfektion lebenslang im Körper, wobei es einmalig oder wiederholt zu einer Manifestation in Form von Lippenherpes oder anderen weniger häufigeren Symptomen kann.

Therapie:

Für die Therapie stehen hochspezifische Virostatika zur Verfügung. Ziel ist es hierbei stets, die Symptome zu therapieren und der Vermehrung des Virus entgegen zu wirken.

Neurodermitis: „Atopische Dermatitis“

Symptome:

Die Haut juckt massiv, rötet und schuppt sich in Form von Entzündungen, sogenannten Ekzemen.

Mittlerweile tragen ca. 15-20% aller Kinder die genetische, also angeborene Veranlagung zu dieser Hauterkrankung in sich. Diese ist oftmals zusätzlich mit anderen Leiden gekoppelt, wie mit Asthma und Allergien. Die Allergien treten insbesondere gegen Pollen und Hausstaubmilben auf. Allergische oder hauterkrankte Eltern geben Ihre Veranlagung mit hohem Risiko an ihre Kinder weiter.

Ursachen:

  • Insbesondere sind Umgebungsfaktoren im späteren Leben dafür verantwortlich, ob bei bestehender Disposition die Erkrankung ausbricht.
  • Kuhmilch anstatt Muttermilch bei Säuglingen
  • Katzen, Meerschweinchen und andere behaarte Haustiere
  • Felldecke im Babybett.
  • Massive Reize für Allergiker und Hautkranke sind zu dem Staub und insbesondere die darin zu findenden Hausstaubmilben.
  • Durch Schimmelpilze und feuchtwarmes Klima hingegen werden Allergien und Haut-Ekzeme begünstigt. Eine „klinisch reine“ Umgebung und das Vermeiden von Infektionen im Kindesalter begünstigen eher eine Fehlorientierung unseres Immunsystems und bedingen dadurch auch ein vermehrtes Risiko von Allergien.
  • Milch, Nüsse, Eier, Nahrungsmittelzusatzstoffe und Steinobstsorten sind eher bei Kindern relevant und sollten versuchsweise ausgesetzt werden, um die konkrete Beteiligung im Einzelfall zu prüfen.

Starke Beschwerdeverschlechterungen sind jedoch nicht zwangsläufig von erkennbaren Auslösern abhängig. Die Erkrankung besitzt auch eine gewisse Eigendynamik: Wie auch der Schlaf nicht jede Nacht gleichartig verläuft, ist auch die Haut Zyklen und Schwankungen unterworfen.

Therapie:

  • Die tägliche Hautpflege mit Cremes und Salben ist der wesentliche Faktor zur Stabilisierung, da die Haut selbst nicht ausreichend in der Lage ist, die Trockenheit auszugleichen. Bei der Hautreinigung sollten wenig entfettende und duftstofffreie Waschsubstanzen verwendet werden. Kurzes Duschen ist einem Vollbad vorzuziehen.
  • Aufenthalte am Meer oder im Hochgebirge können zu einer deutlichen Verbesserung der Symptome führen.
  • Medizinische Bestrahlungen mit künstlichen Sonnenlicht (UV-Therapie) hat sich sehr bewährt, insbesondere nach vorherigem Bad oder Duschen in Meeressole. („TOMESA“)
  • Bei entzündeter Haut und bei massivem Juckreiz sollte auch eine äußerliche Behandlung mit Kortison haltigen Cremes erwogen werden.
  • Insbesondere während der Nacht können auch juckreizlindernde Tabletten sehr hilfreich sein und haben meist auch positive Effekte auf begleitende Allergien.

Pigmentstörungen

Unter dem Begriff Pigmentstörungen werden Störungen der Haut zusammengefasst, bei denen die Bildung von Farbpigmenten in der Haut beeinträchtigt ist. Entweder so, dass die Haut stärker (hyperpigmentiert) oder schwächer (depigmentiert) gefärbt ist als normalerweise. Neben einer angeborenen Ursache, kann es insbesondere bei lokal begrenzten Pigmentierungsänderungen der Haut z.B. auch in der Anwendung von Kosmetika, Parfümen oder im Einfluss bestimmter Hormone liegen oder auch eine vorhandene Wunde zurückzuführen sein.

Typen:

Sommersprossen: auch als Epheliden bezeichnet, sind anlagebedingt und finden sich in Formen von relativ kleinen rötlich-braunen Flecken   wider. Insbesondere im Frühjahr und Sommer unter Sonnenlicht treten diese einflussverstärkt auf, wobei vorrangig das   Gesicht, der Oberkörper und auch die Arme betroffen sind. Hierfür sind die pigmentbildenden Zellen in den   Sommersprossen verantwortlich, die mehr Melanin (Hautfarbstoff) bilden als die Zellen in der umgebenden Haut.

Altersflecken: Ab dem vierzigsten Lebensjahr und später können Altersflecken in Form von braunen Stellen z.B. an Handrücken, Unterarmen und im Gesicht entstehen. In der Regel sind sie harmlos als Folge langer Lichteinwirkung. Sollten Sie sich unsicher sein, so lassen sie dies am besten dermatologisch abklären, um einen bösartigen Prozess sicher ausschließen zu können. Zudem besteht die Möglichkeit dieses kosmetischen Makel mittels einer Laserbehandlung zu entfernen.  

Weißfleckenkrankheit: Die Weißfleckenkrankheit, auch Vitiligo genannt, ist eine lokal begrenzte, fleckenförmige Entfärbung der Haut. Hierbei liegt die Ursache in dem Untergang der Melanozyten, der Zellen die den Hautfarbstoff (Melanin) produzieren. In seltenen Fällen tritt diese bereits im Säuglings- oder frühen Kindesalter auf, setzt jedoch häufig erst ab dem zwanzigsten Lebensjahr oder später ein. In Europa sind ca. 2% der Bevölkerung betroffen. Häufig ist die Erkrankung mit anderen Krankheiten wie z.B. Diabetes Mellitus assoziiert. Teilweise kann es auch zum Pigmentverlust der Haare kommen. Da die betroffenen Zellen   durch das Fehlen des Melanins überhaupt keinen Schutz gegen UV-Strahlen mehr aufweisen.

Albinismus:   Bei dieser erblichen Erkrankung kann aufgrund eines Enzymdefekts kein korrekt aufgebautes Melanin erzeugt werden, was unter anderem auch für einen Sonnenschutz der Haut (neben dem Sehsystem) unabdingbar ist. Hierbei ist besonders der   sehr geringe Lichtschutz der gesamten Hautoberfläche zu beachten, sodass relativ schnell Schäden durch Sonneneinstrahlungen entstehen können. Konsequenter Lichtschutz ist eben so wichtig wie eine regelmäßige ärztliche Kontrolle.

Je nach Typ der Pigmentstörung gibt es unterschiedliche Therapieformen. Aber nicht alle Formen lassen sich therapieren.

Pilzerkrankungen: Mykose

Pilze in ihrer mikrobiellen Form finden sich nahezu überall: auf unseren Speisen, auf unserer Haut, in unseren Haaren und in unserem Darm. Pilze sind grundsätzlich für den natürlichen Kreislauf lebenswichtig. Pilze in unserem Körper können jedoch durch Ansteckung oder bei Störung der uns schützenden bakteriellen Flora auch überhand nehmen.

Formen von Pilzerkrankungen

  • Bei oberflächlichen Mykosen, wie sie von Dermatologen behandelt werden, wird zwischen Mykosen der Haut und ihrer Anhangs Gebilde (Haare, Nägel) sowie Mykosen der Schleimhäute unterschieden, die bei Menschen mit gesundem Immunsystem jedoch allenfalls an den Geschlechtsorganen und weniger in Mund, Nase, Rachen oder Verdauungstrakt auftreten können.
  • Eine besonders häufige Form der Pilzerkrankung stellt der Fußpilz dar, wobei insbesondere die Fußsohlen und Zehenzwischenräume befallen sind. Auch die Fußnägel können betroffen sein (Nagelpilz). Typische Symptome des Fußpilzes sind Juckreiz, Rötung, Nässen und Schuppung. Oft kommt es auch zu einer Entzündung. Nagelpilz tritt vorwiegend dort auf, wo es feucht ist, damit sind viel häufiger die Fußnägel als die Fingernägel betroffen. In über 80 Prozent der Fälle ist der Großzehennagel betroffen. Für den Fußpilz verantwortlich sind Fadenpilze (Dermatophyten). Der häufigste Nagelpilzerreger in Europa ist Trichophyton rubrum.

Vorbeugung von Fußpilz: Die Erreger lieben ein feucht-warmes Milieu. Um Fußpilz vorzubeugen, sollten daher insbesondere die Zehenzwischenräume trocken gehalten werden. Beim Besuch öffentlicher Badeeinrichtung empfiehlt sich das Tragen von Badeschuhen. Ebenso sollte auf Teppichböden in Hotels u.Ä. darauf verzichtet werden, barfuß zu laufen. Nicht nur im Hinblick auf den Therapieerfolg sondern auch zur Vermeidung von Ansteckungen sollten betroffene Patienten benutzte Strümpfe und verwendete Nagelscheren u.Ä. desinfizieren.

Therapie: Die Therapie bei Fußpilz erfolgt durch Pilz abtötende Mittel, sogenannte Antimykotika, die als Creme oder Puder äußerlich angewandt werden. Bei schweren Formen kann auch eine Therapie durch Tabletteneinnahme sinnvoll sein. Bei Nagelpilzen wird i.d.R. mit einer speziellen Salbe der befallene Nagel langsam über einige Wochen aufgeweicht und abgelöst. Im Anschluss erfolgt eine lokale Behandlung des Nagelbetts und des nachwachsenden Nagels mit geeigneten Cremes und/oder Nagellacken. Auch hier kann in schweren Fällen eine Therapie durch die orale Gabe von Antimykotika indiziert sein, die eine Monate dauern kann. Außerdem besteht die Möglichkeit den Nagelpilz mit dem Laser zu behandeln.

Rosazea

Die Rosazea, roten Gesichtsäderchen, ist eine der häufigsten Hauterkrankungen im Erwachsenenalter. Sie tritt zumeist ab dem 30. Lebensjahr oder später auf, wobei hier Patienten, die in der Jugend an Akne litten, ein höheres Erkrankungsrisiko haben.

Erscheinungsbild

  • Meist sind Wangen, Stirn und Nase betroffen
  • Es treten Blutwallungen und/oder ein Hitzegefühl auf
  • Die Gesichtshaut ist gerötet und geschwollen
  • Bildung entzündlicher Papeln und Pusteln
  • Bindehautentzündungen der Augen (ca. 50% betroffen)
  • Im (vermeidbaren) Spätstadium: Vergrößerung der Nase und der Poren

Therapie

Eine frühzeitige und regelmäßige Behandlung kann zur völligen Abheilung führen. Dabei kann die Therapie sich über mehrere Monate erstrecken.

  • Grundlage der täglichen Behandlung ist die Reinigung der Haut mit geeigneten milden Substanzen.
  • Die medikamentöse Therapie erfolgt mittels Antibiotika (Minocylin) sowie durch Präparate zur äußeren Anwendung (Azelainsäure).
  • Mit dem gepulsteten Farbstofflaser werden gezielt kleine Blutgefäße mit einem intensiven und sanften Lichtstrahl beseitigt.

Kortison-haltige Medikamente können die Symptome verstärken und sollten daher nicht eingesetzt werden.

Schuppenflechte: Psoriasis

Die Schuppenflechte ist eine erbliche Hautkrankheit, die sich vor allem in Form von stark schuppenden punktförmigen bis Handteller großen Hautstellen äußert oder auch rötlich gefärbte Schuppen.

Ursache:

Sie wird durch bestimmte auslösende Faktoren begünstigt und aktiviert. Dazu zählen z.B. unspezifische mechanische Reize der Haut (Verletzungen, Reibungen, Sonnenbrände), bestimmte Medikamente, Injektionen, Stoffwechselstörungen, Stresseinwirkungen, psychische Belastung und Alkohol.

Symptome:

Bei der Psoriasis handelt es sich um eine autoimmune Erkrankung, dabei geht das Immunsystem gegen körpereigenes Gewebe vor. Neben der Haut sind bei einigen Formen der Psoriasis die Gelenke befallen, in der Regel zeigt sich die erst Manifestation der Erkrankung durch einen kräftigen Schub, meist mit kleinen Flecken am ganzen Körper. Im weiteren Verlauf kommt es dann aufgrund eines deutlich beschleunigten Neuaufbaus der Hautzellen zu einer vermehrten Ansammlung von überschüssigen Hautzellen, die an der Oberfläche absterben und sich als silbrig glänzende Schicht darstellen. Typischerweise sind dann insbesondere die Ellenbogen, die Knie sowie die Kopfhaut unter den Haaren betroffen – Jedoch auch die Fingerknöchel, Bereiche des Ohres und die Steißpartie. Neben dem starken Juckreiz der oft sehr störend sein kann, kommt es wie schon oben erwähnt bei einem Teil der Patienten zu einem Befall der Gelenke, was zu Schmerzen und Bewegungsbeeinträchtigungen führen kann.

Typ 1 – Psoriasis: tritt auf zwischen dem zwanzigsten und dreißigsten Lebensjahr

Typ 2 – Psoriasis: tritt ab dem vierzigsten Lebensjahr auf

Es sind allerdings auch Fälle bekannt, wo die Schuppenflechte bereits in der Pubertät oder zu anderen Zeitpunkten in Erscheinung tritt.

Therapie:

Da wirksame Medikamente zur Heilung nicht verfügbar sind, werden heute nur die Symptome behandelt.

  • Anwendung entsprechend geeigneter Präparate wie rückfettende Seifen oder Cremes. Duftstoffe oder anderen Zusätzen sind möglichst zu meiden.
  • Neben Präparaten wie Harnstoff (Urea pura) wird für die Pflege als Beigabe in Ölen, Cremes oder Salben z.B. auch Salizylsäure zum lösen der Hautschuppen verwendet. Gleichzeitig entfaltet der Stoff eine entzündungshemmende Wirkung.
  • Neben Kortison- und Vitamin D – Präparaten kann zur äußerlichen Anwendung Dithranol (=Zignolin) zum Einsatz kommen.
  • Auch zur innerlichen Behandlung wird Kortison eingesetzt, wie auch andere Medikamenten z.B. Methotrexat (MTX), Furmasäure oder immunologisch wirksame Substanzen, dies sind sogenannte monoklonale Antikörper.
  • Durch Bade- und Lichttherapien kann zu dem eine rasche und wirksame Besserung der Symptome erzielt werden. Hier werden unter anderem UV-Bestrahlungen, Solebadetherapien oder Kombinationen dieser beiden Therapieformen eingesetzt.
  • Auch unter Anwendung der Elektrotherapie, bei der ein schwach dosierter Strom über die betroffenen Hautareale geleitet wird, führt zu einer deutlichen Verbessrung der Symptome.
  • In den wenigen Fällen in denen Psoriasis im Zusammenhang mit einer Zöliakie auftritt, kann auch der Verzicht auf bestimmte Lebensmittel, die den Stoff Gluten enthalten eine Linderung der Symptome erzielt werden.

Übermäßiges Schwitzen(Hyperhidrose)

Schwitzen ist für unseren Körper eine völlig normale Reaktion und sogar lebenswichtig zur Regulation unserer Körpertemperatur.

Symptome:

  • Einige Personen schwitzen jedoch besonders stark – vorwiegend an Handflächen und Fußsohlen, teils aber auch in den Achselhöhlen. Das ist für den Stoffwechsel dieser Personen völlig normal, kann jedoch aus kosmetischen oder gesellschaftlichen Gründen zu einem erheblichen Leidensdruck führen.
  • Bei der generalisierte Hyperhidrose – also ein übermäßiges Schwitzen am ganzen Körper, teils auch während der Nacht kann sich unter Umständen ernsthafte Erkrankungen verbergen, sodass eine medizinische Abklärung dringend erforderlich ist.

Therapie

  • Aluminiumchlorid-Behandlung: Für Patienten, die unter Hyperhidrose leiden, werden diese Substanzen in einer individuell abgestimmten Rezeptur von der Apotheke hergestellt und weisen dabei i.d.R. eine wesentlich höhere Wirkstoff-Konzentration auf. Ähnlich wie ein Deodorant wird das Präparat einige Male pro Woche aufgetragen (meist vor dem zu Bett gehen) und kann bei 60% der Betroffenen das Schwitzen an Händen, Füßen und Achselhöhlen erheblich reduzieren. Ziel der Therapie ist die dauerhafte Rückbildung überzähliger Schweißdrüsen.
  • Medikamentöse Therapie (zum Einnehmen): Bei Bedarf können Präparate verschrieben werden, die den Stoffwechsel selbst beeinflussen, sodass der Organismus weniger zum Schwitzen neigt. Hier kommen i.d.R. sogenannte Anticholinergika zum Einsatz.
  • Iontophorese: Gerade an Handflächen und Fußsohlen, teils aber auch in den Achselhöhlen, kann diese Therapieform zum Einsatz kommen. Mittels Wasserbad wird ein schwacher elektrischer Strom durch die betreffenden Hautpartien geleitet. Bei regelmäßiger Anwendung über einen längeren Zeitraum konnten hierbei bislang teilweise sehr gute Erfolge erzielt werden.
  • Botulinumtoxin (Botox®): Bei starkem Schwitzen in den Achselhöhlen oder an den Handflächen lassen sich mit dieser Therapie äußerst gute Erfolge erzielen. Es wird zunächst eine Betäubungscreme auf die betroffenen Hautareale aufgetragen. Anschließend werden geringe Menge Botulinumtoxin injiziert. Wenige Tage später tritt die Wirkung ein und hält dann i.d.R. für ca. 6 Monate an.
  • Operative Therapie: Mittels unterschiedlicher Verfahren können Schweißdrüsen entfernt werden. Auch nach der Operation kommt es jedoch bei einem Teil der Patienten nach einiger Zeit wieder zu übermäßigem Schwitzen.
  • Nervenblockaden: Durch Blockade der entsprechenden Nervenfasern kann das Signal, das der Körper an die Schweißdrüsen vermittelt, unterbrochen werden. Diese meist sehr effektive Therapie wird aufgrund der möglichen Komplikationen jedoch nur bei schweren, anderweitig nicht therapierbaren Fällen angewandt.

Ulcus cruris – offenes Bein

Ulcus cruris, auch als „offenes Bein“ bezeichnet, ist ein Unterschenkelgeschwür.

Symptome:

Dabei handelt es sich um eine offene Wunde (meist nässend), die über einen längeren Zeitraum oft nicht verheilt.

Ursache:

  • Durchblutungsstörungen. Sie sind nicht nur ein Grund für die Entstehung eines Ulcus cruris, sondern auch ein entscheidender Faktor, der die Heilung beeinträchtigt.
  • In der Regel liegt dem Ulcus cruris eine Grunderkrankung wie z.B. ein Krampfaderleiden (chron.ven.Insufizienz), eine art. Durchblutungsstörung (PAVK),Diabetes Mellitus, Bluthochdruck, Übergewicht o.ä. zu Grunde
  • Rauchen und Bewegungsmangel kommen ebenfalls in Frage
  • Frauen sind insgesamt häufiger betroffen als Männer, was u.a. auch auf hormonelle Ursachen zurückgeführt werden kann.

Therapie:

  • hydroaktiven Wundauflagen, die auf einer feuchten Versorgung der Wunde basieren. Bei diesem Verfahren sind insbesondere die schnelle Neubildung der Haut, ein einfacher und schmerzfreier Verbandswechsel sowie eine lange Verweildauer des Verbandes von bis zu 7 Tagen auf der Haut hervorzuheben. Zu dem wird die Bildung unangenehmer Gerüche weitestgehend vermieden und ein hoher Anteil an Wundsekret kann vom Verband absorbiert werden.
  • Ggf. kann hier auch chirurgisch interveniert werden. Durch eine fachgerechte Behandlung der Wunde neben anschließender Abdeckung mit vom Oberschenkel gewonnener Spalthaut oder mittels gezüchteter Haut.
  • Auch Kompressionsverbände, Bewegungstherapie und Lymphdrainagen können den Behandlungsverlauf positiv beeinflussen.
  • „Kaltes Plasma“ zur Verbesserung des Wundmilieus.
  • Beim Krampfaderleiden hat die Sanierung der Varikosis Priorität, bei der ateriellen Verschlusskrankheit, die operative oder medikamentöse Verbesserung der Durchblutung.

Verbrennungen

Durch eine übermäßige Hitze- oder Kälteeinwirkung auf die Haut kann es zu einer entsprechenden Schädigung kommen.

Ursachen:

heiße Flüssigkeiten, Dämpfe, Flammen, starke Sonneneinstrahlung, Strom oder Reibung.

Kälteverbrennung oder auch Erfrierung

Abhängig von den Hautschichten, die geschädigt sind, wird eine Verbrennung in folgende Grade eingestuft:

  • 1. Grad: Schwellung und Rötung der Haut, Schmerzen, vollständig reversibel, betroffene Hautschicht: Epidermis
  • 2. Grad: Blasenbildung und starke Schmerzen, Heilung zumeist ohne Narbenbildung, betroffene Hautschichten: Epidermis, Corium
  • 3. Grad: Nekrosen, keine Schmerzen (Nervenendigungen zerstört), betroffene Hautschichten: Epidermis, Corium, Subkutis, Narbenbildung
  • 4. Grad: Verkohlung, keine Schmerzen (Nervenendigungen zerstört) alle Hautschichten sowie die darunter liegenden Knochen betroffen, Narbenbildung, ggf.Amputation

Lebensgefährlich kann eine Verbrennung insbesondere ab dem zweiten Grad werden, wenn bei Erwachsenen mindestens 10% der Hautoberfläche geschädigt sind, bei Kindern sogar ab 5% verbrannter Körperoberfläche.

Das Risiko hängt jedoch stark vom Einzelfall ab und ist bedingt durch den Allgemeinzustand des Patienten sowie dessen Alter.

Therapie:

  • Soforthilfe: Kühlung. Eine Kühlung der Verbrennung sollte unmittelbar nach der Auslösung erfolgen (spätestens nach 5 Minuten). Zum einen werden dadurch die Schmerzen gelindert, gleichzeitig kann aber auch eine Ausbreitung des betroffenen Areals vermieden werden. Bei großflächigen Verbrennungen ist eine Kühlung nicht unbedingt indiziert, da dadurch auch ein großer Wärmeverlust des Körpers ausgelöst wird. Insbesondere kaltes Leitungswasser sollte zur Kühlung kleinflächiger Verbrennungen verwendet werden. Die Kühlung mit Eis hingegen kann zu Erfrierungen führen.
  • Bei größeren Verbrennungen muss ein Volumenersatz der verlorenen Flüssigkeit erfolgen. Neben einer Sepsis drohen durch die Effekte des Volumenmangels, sowie der auftretenden Schwellungen nach Verbrennungen und der Immunreaktion des Körpers, auch das Auftreten von Herz-Kreislauf Versagen, Lungenversagen, Nierenversagen, Leberversagen und ähnlichem. Insofern ist bei schweren Verbrennungen eine umgehende Therapie in einer spezialisierten Station und eine kontinuierliche Überwachung ratsam.
  • Bei einer chirurgischen Akuttherapie steht die Entfernung von abgestorbenem Gewebe, dass sogenannte Debridement im Vordergrund, damit Bakterien und Pilze nicht allzu leicht den Körper befallen können.

DermaVen
Dermatologie – Venenzentrum – Laser Medizin – Ästhetische Medizin
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